Müller-Lisowski (geb. Müller), Käte

<Geb. 4.10.1883 in Arnswalde (Brandenburg), gest. 30.3.1960 in Birmingham.

 

Studium der germanischen Sprachen, der Keltologie und der vergl. Sprachwissenschaft in Jena, Berlin, Paris, Oxford und London. Der Studienschwerpunkt war wohl schon früh das Irische: bereits vor der Promotion 1923 in Wien unterrichtet sie es von 1914-1920 an der Universität Berlin. Maßgeblichen Einfluß auf ihre Arbeit hatte Pokorny, zu dem sie auch nach ihrem Studium weiterhin engen Kontakt hielt. In ihrer Dissertation bearbeitete sie überlieferte altirische Sagenquellen; die Edition der entsprechenden Texte hat im Apparat sprachgeschichtliche Erläuterungen (so auch in einer Reihe von Aufsätzen zu diesen Texten). Neben ihren philologischen Studien gab sie schon 1920 irische Volksmärchen in dt. Übersetzung heraus (der Band wird noch 2009 neu aufgelegt). Explizit im Horizont der vergleichenden Sprachwissenschaft stehen noch späte Arbeiten, etwa zu Spuren des irisch-norwegischen Kontakts in der Vikingzeit in Personen- und Ortsnamen in Island und in Irland, deren sprachliche Adaptierung bzw. Umbildung sie analysiert.[1]

Sie hatte wohl schon bei ihrem Studium in London vor 1914 vor, dort zu bleiben, und setzte dieses eher kriegsbedingt in Berlin fort. 1920 heiratete sie dort den SPD-Aktivisten Friedrich Wilhelm Lisowski, dessen politische Position nach 1933 repressive Folgen hatte, so daß das Ehepaar schließlich 1937 nach Irland auswanderte. Über ihre eventuellen beruflichen Aktivitäten dort war nichts in Erfahrung zu bringen.

Q: Biographisches und Bibliographie in http://www.ucc.ie/celt/muellerlisowski.html. Hinweise von B. Ó Catháin.>

 


[1] »Nicknames and namesakes, reflecting old relationships between ancient Ireland and Iceland«, in: J. of the County Kildare Archaeological Society 13/1950-52: 150-155.