Klein, Hedwig

geb. 2.9.1911 Antwerpen, 1942 in Auschwitz ermordet.[1]

 

 

 

K. wuchs in Hamburg in Hamburg auf, wo die Mutter mit ihren Kindern eingebürgert worden waren. Nach dem Besuch einer jüdischen Schule studierte sie in Hamburg Islamwissenschaft, Semitistik und Anglistik. 1937 schloß sie ihre Dissertation mit einem historischen Thema (der Gesichte Omans in Verbindung mit der Edition einer älteren arabischen Chronik) ab und absolvierte auch das Rigorosum. Obwohl sie zunächst das Imprimatur des Dekanats für den Druck der Dissertation erhielt, der auch 1938 erfolgte, wurde ihr die Promotionsurkunde mit Verweis auf die rassistischen Verordnungen nicht ausgehändigt. K. bemühte sich um die Emigration und hatte auch Angebote für die Fortsetzung ihrer arabistischen Arbeit in Indien. Im August 1939 war sie auch schon auf einem Schiff unterwegs, das aber unmittelbar vor Kriegsbeginn wie alle deutschen Schiffe zurückbeordert wurde.

K. lebte weiter bei ihrer Familie in Hamburg. Durch die Vermittlung ihres arabistischen Hamburger Lehrers A. Schaade (1883 - 1952) konnte sie bei den Vorarbeiten für das große arabisch-deutsche Wörterbuch von Hans Wehr (1909 - 1981, damals an der Univ. Halle) mitarbeiten.[2] Wehr forderte sie für sein als „kriegswichtig" anerkanntes Unternehmen an und konnte zunächst auch noch ihren Abtransport in ein Konzentrationslager verhindern. Zuletzt lebte K. mit ihrer Familie in einem Hamburger Judenhaus. Am 11.7.1942 wurde sie nach Auschwitz deportiert, wo sie umgebracht wurde. 1947 wurde ihr posthum (aber noch im Status einer nur „Verschollenen") die Promotion aufgrund der erhaltenen Druckexemplare der Dissertation zugesprochen.

Q: P. Freimark, Promotion H.K. - zugleich ein Beitrag zum Seminar für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients, in: Krause (1991), Bd. 2: 851 - 864.

 


 

[1] K. wurde 1951 amtlich in Hamburg für tot erklärt, als Zeitpunkt wurde dabei Ende 1945 festgelegt. Der Transport, der sie nach Auschwitz brachte, verließ Hamburg am 11.7.1942.

 

[2] H.Wehr, Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Leipzig 1952, 5. Aufl. Wiesbaden: Harrassowitz  1985. Im Vorwort der 1. Auflage wird „Fräulein Dr. H. Klein" als Mitarbeiterin aufgeführt (S. xv).