Groth, Max Paul

Geb. 24.2.1903 in München, gest. 1943 (in Rußland).

 

Nach dem Abitur 1922 zunächst Fabrikar­beit, dann Studium der romanischen Philologie und der vergleichenden Sprachwissenschaft in München (laut seiner Vita studierte er auch die »ari­schen« Sprachen und Slawistik). 1926 promovierte er dort mit der Disser­tation »Altfranzösisch cointes und acointier. Ein Kapitel Kultur- und Bedeutungswandel«,[1] in der er in der altfrz. Literatur das Wortfeld klug (cointe) und kennenlernen (acointier) untersucht, wobei er die Formen jeweils im syntaktischen Kontext analysiert (ihre Potentiale zur Textverknüpfung: z.B. cointe im Kontext duiz (← DOCTUS), als Attribut eingeschränkt auf männliche Personen u. dgl.). Der Einfluß von Lerch, dem er dankt, ist deutlich.

Nach der Promotion war er 1926-1929 Assistent bzw. Studentische Hilfskraft am Sprachwissenschaftlichen Semi­nar der Univ. München (bei F. Sommer, der 1926 nach München gekommen war); Eva Fiesel dankte ihm im Vor­wort ihrer 1928 erschienenen Arbeit »Namen des griechischen Mythos im Etruskischen« für seine Hilfe.[2] 1929-1930 hatte er ein Stipendium der Notgemeinschaft; 1933-1935 (1936?) war er mit einem Stipendium der Rockefeller Stiftung Mitarbeiter am Thesaurus Linguae Latinae.

Der Versuch, in München zu habilitieren, scheiterte, vielleicht aufgrund von fachlichen Widerständen (Hinweis von H. Häntzschel). 1937 stand er in den Listen der »Notgemeinschaft«, die als sein besonderes Forschungsgebiet die Vetus Latina nennen, weshalb er hier aufgenommen ist. Häntzschel vermutet, daß er sich bemühte, die politischen Randbedingungen zu nutzen (u.a. als Mitglied der Technischen Nothilfe). Vermutlich ist er 1943 in Rußland gefallen.

Q: V; LdS (1937): unplaced; Notgemeinschaft; Christmann/Hausmann 1989: 279; Hinweise von H. Häntzschel und H. Hoenigswald.


[1] Rudolstadt: Mänicke & Jahn 1926.

[2] H. Hoenigswald vermutete (pers. Mitteilung), daß er auch 1932 noch am Sprachwissenschaftlichen Seminar tätig war.