Blau, Jos(h)ua

Geb. 9.12.1919 in Clausenburg (Cluj-Napoca, Rumänien).

 

B. wuchs in einer zweisprachigen Familie auf. Die Familiensprache war zwar ungarisch, die Mutter aber sprach deutsch. Außerdem war die Erziehung durch ein deutsches Kindermädchen bestimmt. 1931 wanderte die Familie nach Österreich aus, wo B. 1937 in Baden bei Wien das Abitur machte. Die Auswanderung nach Palästina war offensichtlich schon ein längeres Familienprojekt (der Vater war in der ungarischen zionistischen Bewegung aktiv), [1] zur Vorbereitung nahm B. an der Universität Wien das Studium des Arabischen auf. Daneben begann er eine Rabbinerausbildung in Wien, die seine berufliche Perspektive für den Fall des Verbleibs in Österreich sicherstellen sollte. 1938 wanderte die Familie nach Palästina aus, wo B. das Studium des Arabischen bzw. der Semitistik (mit zweitem Schwerpunkt im Hebräischen) fortsetzte. 1942 schloß er das Studium mit dem M.A. an der Hebräischen Universität in Jerusalem ab, 1950 promovierte er dort. Außer in der Zeit beim Militär unterrichtete er an einer Mittelschule, bis er 1946 Professor für Hebräisch und semitische Sprachwissenschaft an der Universität Tel Aviv wurde, seit 1957 Professor für Arabisch an der Hebräischen Universität in Jerusalem, seit 1987 emeritiert. B. ist eine Autorität in seinem Fach, die sich in seinen zahlreichen Gastprofessuren, vor allem auch in den USA ausdrückt, seinen zahlreichen Ehrungen und Mitgliedschaften in verschiedenen Akademien in Israel, Großbritannien, den USA und in Frankreich.

In der Semitistik repräsentiert B. die methodisch orientierte Sprachwissenschaft, in Anlehnung an seinen Lehrer Polotsky. Das gilt so schon für sein erstes Lehrgebiet, das Hebräische, wo er mit seinen ersten Veröffentlichungen methodisch stringent zu kritischen Problemen der philologischen Diskussion Stellung nahm (»Zum angeblichen Gebrauch von 'et vor dem Nominativ«).[2] Außer Hebräisch/Ivrit war seine Wissenschaftssprache damals Deutsch, in der er auch in späteren Jahren immer wieder publizierte (nicht nur in deutschen Publikationen, sondern z. B. regelmäßig auch in Muséon in Löwen). Nach seiner eigenen Auskunft war damals Deutsch für ihn als Bildungssprache auch selbstverständliche Publikationssprache, da er noch kein Englisch konnte.

Zum Hebräischen hat er eine ganze Reihe Veröffentlichungen vorgelegt (später in der Regel auch auf Hebräisch, sowohl zum biblischen Hebräischen wie zu dem modernen in Israel gesprochenen Ivrit. Mit »A Grammar of biblical Hebrew«[3] legte er ein ausgesprochen sprachwissenschaftlich orientiertes Handbuch vor, angefangen bei der systematischen Transkription (getrennt von der Transliteration) bis hin zur Syntax, zugleich verfaßt als Studienbuch, das seine Belege durch im Anhang abgedruckte und systematisch durch Textverweise glossierte Bibelauszüge begründet.

Von seiner deskriptiven Position aus nimmt er auch zur Diskussion um das Ivrit Stellung. Indem er deskriptiv genaue Detailstudien mit gesellschaftlichen Beobachtungen verbindet, liefert B. hier zugleich einen klärenden Beitrag zur sprachsoziologischen Diskussion, wobei er den Vergleich der arabischen und der hebräischen Verhältnisse produktiv macht, s. »The renaissance of modern Hebrew and modern standard Arabic«[4] und später pointiert auch in »Topics in Hebrew and Semitic Linguistics«.[5] In beiden Fällen bilden die alten Sprachformen klassisches Hebräisch und klassisches Arabisch die Folie für den jüngeren Sprachausbau. Dieser wurde aber nur in Palästina/Israel in allen Registern verwirklicht, da dort das Hebräische von allen Sprechern als Zweitsprache zu lernen war, aber zugleich als jüdische Sprache einen unbegrenzten Rückgriff auf das biblische Hebräische erlaubte. Dagegen stehen in der arabischen Welt die dort jeweils gesprochenen Umgangssprachen als ganz andere dem modernen Schriftarabisch gegenüber, das auf das klassische Arabisch ausgerichtet ist. Das definiert die arabische Diglossie, die dort den Sprachausbau abblockt, weil die Schriftsprache als ganz andere in der Schule gelernt wird und im Alltag nicht vorkommt.

Insofern ist für B. das Ivrit eine jüdische Sprache, obwohl es unter dem Einfluß der europäischen Sprachen der Siedler (und neuerdings unter den Druck der Ausrichtung vor allem auf das Englische) einen sehr viel weiter gehenden strukturellen Umbau erfahren hat, als es beim Arabischen für die dort gesprochene Sprache der Fall ist: das völlig umgebaute Tempussystem, der umgebaute Satzbau, orientiert am europäischen Periodenbau u. dgl. definieren für B. tatsächlich einen erheblichen Unterschied zum klassischen Hebräisch (insofern stimmt er mit H.B. Rosén überein, s. bei diesem). Detailliert weist er vor allen Dingen im Lexikon und in idiomatischen Formen den Einfluß nicht nur der europäischen Sprachen nach, sondern auch wechselseitige Beeinflussung zwischen Arabisch und Hebräisch – gegen die vordergründig betonte Abgrenzung zwischen beiden in Reaktion auf die politischen Konflikte um Palästina/Israel: ironischerweise sind beide Sprachen wechselseitig durchlässig über die große Zahl von hebräischen bzw. umgekehrt Lehnwörtern aus den europäischen Sprachen (in Palästina früher auch schon über arabische Entlehnungen aus dem Türkischen).[6]

Sein Hauptarbeitsgebiet ist aber das Arabische, wo er sich auf Anregung seines Lehrers Baneth[7] in seiner hebräisch verfaßten (unveröffentlichten) M.A.-Arbeit mit dem klassischen Arabischen (dem Vergleich eines Textes von al-Ṭabarī, einem frühen Enzyklopädisten des 9. Jhdts., zu einer Abschrift durch Ibn al-Athir im 12./13. Jhd.) befaßte; die ebenfalls hebräisch verfaßte Dissertation, die er schon 1948 vor seinem Militärdienst eingereicht hatte, aber erst später publizierte, galt dann dem Jüdisch-Arabischen.[8]

Er verfolgte dessen Überlieferung systematisch bis zu den frühen Quellen im 9. Jhd. zurück, in denen er unmittelbare Vorformen der heute gesprochenen neuarabischen Varietäten findet. Dieses Arbeitsgebiet hat er systematisch erschlossen (in den späteren Jahren gemeinsam mit dem inzwischen ebenfalls in Jerusalem arbeitenden Simon Hopkins), und dazu Grammatiken, Handbücher und vor allem auch inzwischen ein Großlexikon vorgelegt. Im Gegensatz zu der in den arabistischen Handbüchern, bedingt durch die enge Bindung an die Islamwissenschaft, vorherrschenden relativ unklaren Konzeptualisierungen der Sprachentwicklung findet sich bei ihm eine sehr stringente Modellierung. Dabei verbindet er strukturelle und sprachsoziologische Aspekte:

  • die strukturelle Achse der Analyse ist der Gegensatz von altarabischem synthetischen Sprachbau und analytischem Umbau in den neuarabischen Varietäten,
  • dieser Umbau ist für ihn die Konsequenz aus dem zwangsläufigen Sprachkontakt bei der ismalischen Expansion über die arabische Halbinsel hinaus, gebunden an die urbanen Zentren (gleichzeitig aber ohne ein einheitliches Zentrum im arabischen Sprachraum),
  • orthogonal dazu steht der Sprachausbau, bei dem diese Sprachform in den urbanen Zentren Form intellektuellen Austausches und damit mit literaten Anforderungen verbunden ist.

 

 

Die islamische Expansion bildet insofern die entscheidende Zäsur in der Sprachentwicklung. Den innerhalb der semitischen Sprachen vergleichsweise extrem archaischen Varietäten der Beduinen auf der arabischen Halbinsel, gebunden an deren archaische Lebensform, steht in der vorislamischen Zeit (der Jahiliya) nur eine dialektübergreifende literarische Form der altarabischen Dichtung gegenüber, die in gewisser Weise auch Modellcharakter für die Sprache des Qur’an hatte; diese hat insofern, ebenso wie die darauf abgestellte grammatische Kodifizierung dieser Sprache, einen altarabischen synthetischen Charakter. Dem stehen die neuarabischen Varietäten gegenüber, die unter ganz anderen kulturellen und sozialen Bedingungen entstehen: ihre schriftliche Überlieferung hat einen urbanen literaten Horizont; sie kann daher selbstverständlich auch nicht als Abbildung der gesprochenen Sprache gesehen werden.[9]

Gerade weil er aber einen so literaten Forschungsgegenstand hat, verschaffte er sich die Grundlagen für seine Arbeiten durch eine systematische Studie zu einer gesprochenen Varietät des Neuarabischen, mit seiner ausführlichen »Syntax des palästinensischen Bauerndialektes von Bir-Zet«.[10] B. liefert hier eine umfassende und sehr detaillierte Grammatik des gesprochenen Arabischen, das er sowohl diachron wie auch vergleichend zu anderen Varietäten des Neuarabischen analysiert. Bemerkenswert ist dabei, daß er durchgängig zur Explikation grammatischer Strukturen kontrastiv auf das Deutsche als seiner Bezugssprache rekurriert (»Wo wir dem deutschen Sprachgefühl gemäß…«, S. 167 u. ö.).

Strukturierend für die von ihm untersuchten schriftkulturellen Praktiken sind deren soziale Horizonte. Bei den Muslimen sind diese zwangsläufig am klassischen Arabischen orientiert, so daß sich das Neuarabische bei ihnen nur indirekt in Unsicherheiten bzw. Fehlern zeigt. Bei den nicht-muslimischen Gemeinden war die Schriftpraxis in dieser Hinsicht sehr viel freier, sowohl bei Christen wie bei Juden. Vor allem die letzteren hatten hier die größten Freiheiten, da sie sich ja auch der hebräischen Schrift bedienten und insofern nicht an die arabische Orthographie gebunden waren.

Im Laufe der Jahre hat B. eine monumentale Aufbereitung dieser neuarabischen Überlieferung unternommen, die das Bild von der arabischen Sprachentwicklung inzwischen grundlegend revidiert hat.[11] Seine Modellierung dieser Verhältnisse hat aber Bedeutung über das arabistische Feld hinaus. Das gilt insbesondere auch für seine strikte Fassung der Diglossieproblematik, die für ihn an eine normative Ausrichtung gebunden ist, die in der Spontansprache keine Fundierung erfährt. Insofern kann für ihn auch in der vorislamischen Zeit (der Jahiliya) von einer Diglossie nicht die Rede sein.[12]

Der erste Schritt seiner Aufbereitung galt der Überlieferung in seinem unmittelbaren Wirkungsraum in Palästina. Dazu legte er »A grammar of Christian Arabic« vor, ein monumentales Werk von 668 Seiten, das bei den behandelten Problemen von den phonetischen Fragen der Interpretation der Graphien bis hin zur Syntax reicht, die den größten Teil des Werks ausmacht (S. 257-620).[13] Systematisch führt er hier die Erscheinungen auf, die heute als Charakteristika der neuarabischen Varietäten faßbar sind, von der Phonologie mit der Umstrukturierung der Silbenstruktur über die Reorganisation der morphologischen Paradigmen bis hin zur Syntax: (asyndetische) abhängige Sätze auf der einen Seite, andererseits die Generalisierung von Subjunktoren wie der Relativpartikel lli u. dgl.

Seit seiner Dissertation bildet das Jüdisch-Arabische sein Hauptforschungsgebiet. Ein erheblicher Teil der Überlieferung stammte aus der Kairoer Genizah (s. bei Kahle), die er selbst bearbeitete und zu deren Erforschung er organisatorisch beitrug.[14] Hier edierte und analysierte er auch größere Texte, in denen sich der intellektuelle Verkehr der jüdischen Gemeinschaften spiegelte, der in der arabischen Welt überlokal verlief, wie insbesondere seine vierbändige Ausgabe des Briefwechsels (der Responsa) des Maimonides (Jerusalem 1958-1986 auf hebräisch). Diese Untersuchungen waren für ihn die Grundlage, systematisch zwischen dialektalen Spuren des Neuarabischen und der so etablierten, relativ standardisierten Schriftsprache zu trennen.[15]

Die beeindruckende Fülle solcher außerordentlich akribischer Detailstudien hat er später in Sammelbänden zusammengefaßt und dort noch systematisch ergänzt bzw. ediert, s. bes. »Studies in Middle Arabic and its Judeo-Arabic Variety«,[16] »The Emergence and Linguistic Background of Judeo-Arabic«.[17] 2002 konnte er auf dieser Grundlage ein umfassendes Hand- und Lehrbuch zum mittleren Arabischen vorlegen »A Handbook of Early Middle Arabic«,[18] das die ganze Bandbreite dieser Überlieferung zugänglich macht: Einerseits in der religiösen bzw. sozialen Differenzierung (auch bis hin in sektiererischen Praktiken wie insbesondere bei den Karaiten), den verschiedenen Schriften (Texte in arabischer, hebräischer und auch koptischer Schrift), sowie auch den verschiedenen literaten Artikulationsformen, zu denen insbesondere auch phonographische Verschriftungen gehören, die unabhängig von der klassischen arabischen Orthographie sind (s. die entsprechend kommentierten Texte dort S. 136-154).

Unterfüttert sind diese quellenorientierten Arbeiten von einer ganzen Reihe von Detailanalysen, deren methodische Reflexion er ausführlich gespiegelt an unterschiedlichen Forschungstraditionen entwickelt, nicht zuletzt der deutschen Tradition bes. auch des 19. Jhdts. Bei diesen Arbeiten argumentiert er systematisch sprachvergleichend, wobei für ihn eine phasenverschobene Entwicklung der altsemitischen Entwicklungen bis hin in das Hebräische und der arabischen Entwicklung bis hin zu den neuarabischen Varietäten sichtbar wird. So unterscheidet er systematisch strukturinterne Momente des Sprachumbaus (explizit im Rückgriff auf Sapirs Konzept des drifts) von kontaktbedingten Umbauprozessen und andererseits Strukturen, die dem schriftsprachlichen Ausbau geschuldet sind.[19] Die von ihm so systematischer modellierten Prozesse spannen von den elementaren Problemen der Verschriftung, hier mit entliehenen Schriftsystemen, die im Laufe der Überlieferung erst genauer auf die sprachspezifischen Bedingungen kalibriert werden (»On Polyphony in Biblical Hebrew«),[20] über die Erscheinungen, die für ihn das Spezifische solcher sprachlichen Umbauprozesse sind: Hypo-/ Hyperkorrekturen, die die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen schriftsprachlichen Modell zeigen: »On Pseudo-Corrections in some Semitic Languages«.[21]

In allen seinen Arbeiten bildet die Syntax einen Schwerpunkt, bei der er sich entsprechend ausführlich mit den älteren Forschungstraditionen auseinandersetzt.[22] Dabei stellt er die Verfestigung grammatischer Strukturen in das Spannungsfeld der Artikulation in Texten, also in Hinblick auf die Überlagerung durch informationsstrukturelle Verhältnisse (entsprechend der »funktionalen Satzperspektive«), z.B. »An adverbial construction in Hebrew and Arabic«.[23] Ausgehend von seinen genauen deskriptiven Textstudien zeigt er die Probleme vorschneller Systematisierung auf, etwa in Hinblick auf die Synkretismen, die mit dem sprachlichen Umbau verbunden sind, die aber im Kontext disambiguiert werden, z. B. bei Diathesemarkierungen in »On the inaccurate use of participles in medieval Judeo-Arabic«,[24] oder das Abblocken von Entwicklungen bei hochfrequenten Formen: »On the preservation of ancient forms and sound shifts in frequent words resisting analogy in Hebrew and Arabic«.[25] Obwohl er sich meist eher auf traditionelle Analysen stützt, argumentiert er in vielem kongruent mit neuen kognitivistischen Ansätzen, so z.B. wenn er das Verhältnis von markierten zu unmarkierten Possessivkonstruktionen (bzw. in den semitischen Sprachen affixal vs. analytisch) aus impliziten konzeptuellen Feldern entwickelt, die mit bestimmten Konzepten (kulturspezifisch) aufgespannt werden (also in Fällen wie »mein Vater«, »mein Bein«, »mein Sitz« u. dgl.).[26] Auch hier, wie meist in derartigen Arbeiten bei B., mit reichen Belegdaten, die auch die vielfältigen Registerüberlagerungen zeigen: im umgangssprachlichen Hebräisch die Vorgaben biblischer Muster, die ggf. die Dynamik der Sprachentwicklung lexikalisch-idiosynkratisch abblocken können.

Mit offensichtlich ungebrochener Schaffenskraft bringt er sein großes Arbeitsprojekt in den letzten Jahren noch zum Abschluß. So konnte er 2006 als Summe seiner Arbeiten zum Juden-Arabischen ein großes Wörterbuch veröffentlichen: »A Dictionary of Medieval Judeo-Arabic texts«,[27] mit ausführlichen Belegen; um dessen disziplinübergreifende Nutzbarkeit sicherzustellen nimmt er die Lemmatisierung in arabischer Umschrift vor und nutzt als Metasprache das Englische für Erläuterungen.

Q: E/J; Bibliographie in der FS, H. Ben-Shammai (Hg.), »Hebrew and Arabic Studies«, Tel Aviv: Faculty of Humanities 1993: 1-34; Auskünfte von J. B.



[1] Das heutige Rumänien war nach der Auflösung des Osmanischen Reiches ein politisch umstrittenes und in Einflußzonen aufgeteiltes Gebiet. Clausenburg lag in Transsylvanien, das vom östlichen Teil abgetrennt in der Einflußzone von Österreich-Ungarn bzw. Ungarn war. Die politischen Reorganisierungen des Landes, die darauf folgten, waren von starken antisemitischen Kräften bestimmt.

[2] In: Vetus Testamentum 4/1954: 7-19.

[3] Wiesbaden: Harrassowitz 1976.

[4] Berkeley usw.: Univ. of California Press 1981.

[5] Jerusalem: The Magnes Press 1998.

[6] Grundlage ist für ihn, daß zwar in der Frühzeit der jüngeren Siedlerbewegung in Palästina das Jiddische die dominante Sprache war, daß aber alle Siedler auf das Hebräische ausgerichtet waren, während eben Jiddischsprecher ohne solche Ausrichtung, die ein solches Projekt nicht gradlinig mitgetragen hätten, nicht in Palästina einwanderten.

[7] Er spricht ihn als »founder of Judeo-Arabic philology« an und widmet ihm so 1965 noch seine erste zusammenhängende Darstellung auf diesem Feld.

[8] Publiziert hat er sie wohl in einer überarbeiteten Form auf Hebräisch 1961.

[9] B. argumentiert in dieser Hinsicht ganz selbstverständlich in der vorstrukturalen methodischen Diskussion zur Schriftkultur, die einen kategorialen Unterschied zwischen der spontansprachlichen Form orater Grammatikstrukturen und schriftkulturellem Sprachausbau setzt. Entsprechend reich gefächert sind bei ihm die durchgängig extensiven Verweise auf die ältere Literatur.

[10] Verlag für Orientkunde 1960, gedruckt aufgrund einer maschinenschriftlichen Textvorlage. Grundlage waren hier die von Kahle (zusammen mit H. Schmidt) 1918 veröffentlichten »Volkserzählungen aus Palästina«, die allerdings nur einen mehr kursorischen grammatischen Abriß enthielten.

[11] Seinen autoritativen Status in diesem Feld zeigen auch die von ihm erbetenen Handbuchbeiträge, z. B. »Neuarabisch und seine Dialekte«, in: W. Fischer (Hg.), »Grundriss der Arabischen Philologie«, Bd. 1. Wiesbaden: Reichert 1982: 96-109.

[12] Siehe zuletzt noch »The emergence of the neo-Arabic lingual type«, in: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 28/2003: 297-304.

[13] Löwen: Ergänzungsband zum »Corpus scriptorum christianorum Orientalum«, erschienen in drei Teilen als Bd. 267, 276, 279/1966-1967.

[14] S. den von ihm mit St. Reif herausgegebenen Tagungsband »Genizah research after ninety years. The case of Judeo-Arabic«, Cambridge: Cambridge UP 1992.

[15] Dazu hat er auch Detailstudien vorgelegt, z. B. zu den andalusischen Spuren in den Briefen des Maimonides (1135-1204), der seine frühen Jahre in Cordoba verbracht hatte und solche Formen später auch noch in seinen kairinischen Briefen zeigte, s. »On some particles attested in Andalusian Judeo-Arabic«, in: J. Aguadé u.a. (Hgg.), »Sacrum Arabo-Semiticum« (= FS F. Corriente), Zaragoza: Inst. Estudios Islámicos y del Oriente Próximo 2005: 123-128.

[16] Jerusalem: Magnes Press 1988.

[17] Jerusalem: Ben-Zvi Institute for the Study of Jewish Communities in the East Jerusalem 1999.

[18] Jerusalem: Max Schloessinger Memorial Foundation 2002.

[19] S. etwa »Some problems of the formation of the old Semitic languages in the light of Arabic dialects«, in: »Proceedings of the International Conference on Semitic Studies«, Jerusalem: The Israel Academy of Sciences and Humanities 1969: 38-44.

[20] In: »Proceedings of the Israel Academy of Sciences and Humanities«, Bd. 6 (1977-1982), Jerusalem: The Israel Academy of Sciences and Humanities 1983.

[21] Jerusalem: The Israel Academy of Sciences and Humanities 1970.

[22] So findet man bei ihm durchgängig Hinweise auf eine ganze Reihe der Fachvertreter, die auch in diesem Katalog versammelt sind: Havers, Lerch, Malkiel, Sandmann u. a.

[23] In: »Proceedings of the Israel Academy of Sciences and Humanities«, Jerusalem: Central Press 1977.

[24] In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 19/1995: 233-239.

[25] In: Marrassini, Paolo (Hg.), »Semitic and Assyriological Studies presented to Pelio Fronzaroli by pupils and colleages«, Wiesbaden: Harrassowitz 2003: 70-74.

[26] »Redundant pronominal suffixes denoting intrinsic possession« – ausgehend von Überlegungen Bravmanns, hier in der Gedenkschrift für diesen: »Studies in Semitic Philology«, Leiden: Brill 1977: 357-373.

[27] Jerusalem: Academy of the Hebrew Language 2006 (791 Seiten im Textteil).