Ramberg-Figulla, Ewa

<Geb. 18.1.1884 in Warschau.

(geb. Ramberg)

 

R. schloß in Breslau ihr Studium der Indogermanistik und semitischen Philologie 1911 mit der Promotion ab (Dissertation »Beiträge zur Altpolnischen Syntax aus dem Florianer Psalter«).[1] Seit 1913 war sie mit dem Hethitologen Hugo Heinrich Figulla (1885-1969) verheiratet, der wie sie in Breslau promoviert hatte (1911). Bis zu ihrer späteren Scheidung lebten beide in Berlin, wo sie auch einen Sohn hatten. Ihr Mann war als Altorientalist zunächst am Berliner Museum tätig, später am Seminar für Orientalische Sprachen; nach 1933 emigrierte er über die Schweiz nach England. R. blieb vermutlich in Berlin, wo sie mit Übersetzungen und Sprachunterricht ihren Lebensunterhalt verdiente. Sie war als »Ewa-Sara Ramberg« rassistisch verfolgt (in ihrer Vita gab sie ihre »jüdische Konfession« an) und wurde am 7.1.1944 nach Theresienstadt deportiert, wo sie überlebte. Nach dem Weltkrieg emigrierte sie nach Israel (Palästina), wohin schon 1925 ihre Eltern ausgewandert waren. Aus Nachrichten über andere Familienmitglieder geht hervor, daß sie 1969 noch lebte. Offensichtlich war sie nach der Promotion nicht mehr wissenschaftlich tätig.>



[1] Davon gedruckt Kap. 1-4, Breslau: Fleischmann 1911.