Pollak, Wolfgang

<Geb. 28.11.1915 in Mürzzuschlag (Obersteiermark), gest. 9.1.1995 in Wien.

 

Nach der Matura 1933 Studium der Germanistik und Romanistik in Wien. Zum Lehramtsstudium wurde er aus rassistischen Gründen nicht zugelassen (als »Halbjude«); allerdings konnte er 1942 an der Universität Wien in der Germanistik promovieren (mit einer unveröffentlichten Dissertation zu syntaktischen Fragen im Nibelungenlied). Er leistete den Wehrdienst und arbeitete bis Kriegsende in Wien in Privatbetrieben. Nach dem Krieg war er zunächst in Wien als Lehrer tätig mit den Fächern Deutsch, Französisch, Italienisch und Russisch (1956 hatte er das Lehramtsexamen abgelegt); außerdem unterrichtete am Dolmetscher-Institut der Universität. 1958 habilitierte er an der Universität Wien in der romanischen Sprachwissenschaft. 1963-1970 hatte P. eine romanistische Professur in Frankfurt/M., von 1970 bis zur Emeritierung 1985 in Wien.

Arbeiten in der romanischen Sprachwissenschaft, mit Schwerpunkt beim (modernen) Französischen, daneben auch zu den sprachlichen Verhältnissen im Deutschen (insbes. zum österreichischen Deutsch). Ein Schwerpunkt waren Fragen des Verbalaspekts, bei denen er intensiv auch die slawistische Forschung heranzog; außerdem (fremd-)sprachdidaktische und textlinguistische Arbeiten, vor allem auch zu normativen Fragen. Beiträge auch zur Diskussion um eine Schulreform und die Lehrerausbildung.

Q: Wolfgang Bandhauer/Robert Tanzmeister (Hgg.), »Romanistik integrativ. Festschrift für Wolfgang Pollak«, Braumüller: Wien 1985; darin S. 7-26 zum Lebenslauf und Auswahlbibliographie; R. Tanzmeister/J. Bernard (Hgg.), »In memoriam Wolfgang Pollak« (= Semiotische Berichte 1/1996); J. Bernard, »In memoriam Wolfgang Pollak«, in: Zt. f. Semiotik 18/1996: 105-113.>